Wer eine neue Vokabel nur einmal liest, hat sie schnell wieder vergessen. Wer dasselbe Wort aber sieht, hört, ausspricht und in einem Satz benutzt, merkt es sich deutlich besser. Genau darum geht es beim multisensorischen Lernen: Je mehr Sinne beteiligt sind, desto tiefer verankert sich das Gelernte. In diesem Ratgeber erklären wir, warum das funktioniert und wie Sprachlern-Apps diesen Ansatz nutzen.
Was multisensorisches Lernen bedeutet
Der Grundgedanke ist einfach. Unser Gehirn verarbeitet Informationen über verschiedene Kanäle: über die Augen, die Ohren und über Bewegung und Handlung. Wird eine Information über mehrere dieser Kanäle gleichzeitig aufgenommen, entstehen mehr Verknüpfungen im Gehirn. Diese zusätzlichen Verbindungen machen es leichter, sich später zu erinnern.
Beim Sprachenlernen heißt das konkret: Ein Wort, das du liest, hörst und laut aussprichst, während du dazu ein passendes Bild siehst, bleibt besser hängen als ein Wort, das du nur überfliegst. Die Kombination der Sinne schafft ein dichteres Netz an Erinnerungsspuren.
Die drei Kanäle im Überblick
Multisensorisches Lernen stützt sich vor allem auf drei Wege, über die Informationen aufgenommen werden:
| Kanal | Beispiel beim Sprachenlernen | Passende App |
|---|---|---|
| visuell | Bilder, Karten, Videos | Memrise |
| auditiv | Aussprache hören und nachsprechen | Pimsleur |
| aktiv | tippen, sprechen, wiederholen | Duolingo |
Memrise etwa verknüpft Vokabeln gezielt mit Bildern und kurzen Videoclips von Muttersprachlern, was den visuellen und auditiven Kanal zugleich anspricht. Pimsleur setzt stark auf das Hören und Nachsprechen, während spielerische Apps wie Duolingo das aktive Tun durch Tippen, Zuordnen und Sprechen fördern.
Warum die Kombination so gut wirkt
Der Vorteil des multisensorischen Ansatzes liegt in der Vielfalt. Verschiedene Menschen lernen unterschiedlich gut über verschiedene Kanäle. Die einen merken sich Dinge besser, wenn sie sie sehen, andere, wenn sie sie hören. Wer mehrere Sinne anspricht, deckt automatisch mehr Lerntypen ab und muss sich nicht auf einen einzigen Weg festlegen.
Für das Sprachenlernen bedeutet das ganz praktisch:
- Vokabeln mit Bildern verknüpfen, statt sie nur als Liste zu lesen
- neue Wörter laut aussprechen, statt sie still durchzugehen
- Aufnahmen von Muttersprachlern hören und imitieren
- das Gelernte aktiv in kleinen Sätzen anwenden
Diese Verbindung sorgt dafür, dass Sprache nicht abstrakt bleibt, sondern mit konkreten Eindrücken verbunden wird. Genau das erleichtert das Abrufen im echten Gespräch.
So nutzt du multisensorisches Lernen im Alltag
Du musst keine besondere App kaufen, um mit mehreren Sinnen zu lernen. Oft reicht es, bewusster vorzugehen. Sprich neue Wörter laut aus, statt sie nur zu lesen. Höre dir die Aussprache an und wiederhole sie. Male dir zu abstrakten Begriffen ein Bild aus oder schreibe kleine Sätze, in denen die Vokabel vorkommt. Bewegung hilft ebenfalls: Manche Lernende merken sich Wörter besser, wenn sie beim Wiederholen umhergehen.
Welche App den multisensorischen Ansatz am stärksten verfolgt, hängt vom jeweiligen Konzept ab. Unser App-Vergleich stellt die Methoden gegenüber, und der App-Finder hilft dir, ein Angebot zu finden, das zu deiner Art zu lernen passt.
Häufige Fragen
Muss ich für multisensorisches Lernen eine bestimmte App nutzen?
Nein, viele gute Apps kombinieren ohnehin mehrere Sinne. Du kannst den Effekt aber zusätzlich verstärken, indem du Wörter laut aussprichst, dir Bilder vorstellst und das Gelernte aktiv in Sätzen anwendest.
Für wen ist dieser Ansatz besonders geeignet?
Multisensorisches Lernen hilft praktisch allen Lerntypen, weil es unterschiedliche Kanäle anspricht. Besonders profitieren Menschen, die sich mit reinem Lesen schwertun und über Hören oder aktives Tun leichter lernen.
Welche App eignet sich für visuelles Lernen mit Vokabeln?
Memrise verknüpft Vokabeln gezielt mit Bildern und kurzen Videoclips und eignet sich daher gut für visuell orientierte Lernende. Ein Blick in den App-Vergleich zeigt weitere Optionen.